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Filteranlagen als Kern der Absaugtechnik
Die Filteranlage übernimmt die Abscheidung der erfassten Schadstoffe und muss gleichzeitig den notwendigen Luftvolumenstrom bei dem im System entstehenden Druckverlust ermöglichen. Eine gute Erfassung an der Quelle allein reicht daher nicht aus, wenn Filter, Ventilator und Rohrnetz nicht aufeinander abgestimmt sind.
Bei der Auswahl sind Art und Menge des Schadstoffs, Betriebsdauer, benötigter Volumenstrom, Filterprinzip, Abreinigung und Entsorgung des abgeschiedenen Materials zu berücksichtigen.
Typische Anwendungen
✔ Schweißrauchabsaugung
✔ Schleif- und Bearbeitungsstaub
✔ Maschinen- und Prozessabsaugung
✔ Anschluss mehrerer Punktabsaugstellen
✔ Absaugtische und Absaugwände
✔ Dezentrale und zentrale Absaugsysteme
Wichtige Auswahlkriterien
Der erforderliche Luftvolumenstrom ergibt sich aus den angeschlossenen Erfassungselementen und der Anzahl gleichzeitig betriebener Absaugstellen. Hinzu kommt der Druckverlust von Hauben, Schläuchen, Rohrleitungen und Filtern. Der Ventilator muss diese Summe bei dem gewünschten Betriebspunkt überwinden können.
Filterprinzip und Staubart
Das geeignete Filterprinzip richtet sich nach Partikelgröße, Staubmenge, Feuchte, Temperatur und weiteren Stoffeigenschaften. Für feine, trockene Stäube gelten andere Anforderungen als für klebrige, faserige oder heiße Partikel. Auch die spätere Reinigung und Entsorgung muss in die Auswahl einbezogen werden.
Abreinigung und Wartung
Mit zunehmender Beladung steigt der Filterwiderstand. Je nach System erfolgt die Abreinigung manuell, automatisch oder durch Austausch des Filterelements. Ein geeigneter Wartungszugang und eine einfache Entsorgung reduzieren Stillstandszeiten.
Vergleich wichtiger Auslegungsgrößen
| Kriterium | Bedeutung | Zu beachten | Folge bei falscher Auslegung |
|---|---|---|---|
| Volumenstrom | Transport der belasteten Luft | Aktive Absaugstellen | Zu geringe Erfassungsleistung |
| Druckverlust | Widerstand des Systems | Filter, Leitungen und Bögen | Ventilator erreicht Sollpunkt nicht |
| Filterfläche | Belastung des Filtermediums | Staubmenge und Laufzeit | Kurze Standzeit und hoher Widerstand |
Auf kleineren Bildschirmen kann die Tabelle seitlich verschoben werden.
Vorabscheidung
Bei hoher Staubbelastung oder groben Partikeln kann ein Vorabscheider die Hauptfilterstufe entlasten. Dadurch lassen sich Standzeiten verlängern und Wartungsintervalle reduzieren.
Steuerung und bedarfsgerechter Betrieb
Bei Anlagen mit mehreren Absaugstellen kann eine bedarfsgerechte Steuerung Energie sparen. Werden nur aktive Arbeitsplätze abgesaugt, muss nicht permanent der maximale Gesamtvolumenstrom bereitgestellt werden.
Häufige Planungsfehler
✔ Nur nach maximalem Volumenstrom ausgewählt
✔ Druckverlust des Rohrnetzes nicht berücksichtigt
✔ Staubart und Filtermedium nicht abgestimmt
✔ Abreinigung und Entsorgung nicht eingeplant
✔ Zu geringe Reserve für zunehmende Filterbeladung
FAQ
Wie wird die richtige Filteranlage dimensioniert?
Über erforderlichen Volumenstrom, Gesamtdruckverlust, Schadstoffart, Staubbelastung und Betriebsdauer.
Ist mehr Luftleistung immer besser?
Nein. Zu hohe Volumenströme erhöhen Energiebedarf, Geräusch und Anlagenbelastung. Entscheidend ist der technisch notwendige Betriebspunkt.
Wann ist ein Vorabscheider sinnvoll?
Bei groben Partikeln, hoher Staubmenge oder wenn die Hauptfilterstufe gezielt entlastet werden soll.
Kann eine Filteranlage mehrere Arbeitsplätze versorgen?
Ja. Rohrnetz, Steuerung und Ventilator müssen dann auf die gleichzeitig betriebenen Absaugstellen ausgelegt werden.
Filteranlage passend auslegen
Für eine belastbare Auswahl sind Angaben zu Prozess, Schadstoff, Anzahl der Absaugstellen, benötigtem Volumenstrom und vorhandener Rohrführung besonders hilfreich.